Die griechische Tragödie

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Ursprünglich sollte an dieser Stelle ein Beitrag zu Otto dem Großen erscheinen. Doch das Schicksal Griechenlands kann man dieser Tage nicht ignorieren. Während in Brüssel um einen griechischen „Grexit“ aus der Eurozone gerungen wird, ist dies Anlass für uns die griechische Tragödie in ihrem zeitlichen Verlauf zu betrachten.

Gemeinsam mit dem antiken Rom hatte keine andere Kultur einen derart großen Einfluss auf die Entwicklung der westlichen Welt. Unsere Vorstellungen von Philosophie, Vernunft, Medizin, Geschichte und vielem mehr wurden auf griechischem Fundament erbaut. Auch das Christentum verbreitete sich zunächst insbesondere im griechisch geprägten Osten des Römischen Reiches.

Byzantinische Flagge im 13. und 14. Jahrhundert
Byzantinische Flagge im 13. und 14. Jahrhundert

Nach dem Niedergang des Römischen Weltreichs war es genau jener griechische Osten, der als Byzanz am Erbe festhielt, die Kirche verteidigte und Invasionen aus allen Himmelsrichtungen abwehrte. Doch Uneinigkeit und interne Querelen setzten dem wohlhabenden Reich über die Jahrhunderte immer stärker zu. Statt ihre Feinde vor den Toren zu bekämpfen, focht man lieber in Konstantinopel Intrigen aus. Die Kriegsführung überließ man angeworbenen Söldnern.

Es ist eine Ironie, dass die Türken als spätere Erzfeinde der Griechen von eben jenen einst angeworben wurden, um Aufstände zu bekämpfen. Hilfe von außen anzuwerben, um damit innere Probleme zu lösen, sollte sich in der Geschichte mehr als einmal als fatale Idee erweisen.

Wenn man vermutete, die Türken leicht manipulieren und später wieder vertreiben zu können, so hatte man falsche Vorstellungen von der türkischen Stärke und Entschlossenheit. Als die Türken einmal ihren Fuß in der Tür hatten, konnten selbst die vereinten Kräfte der Christenheit sie niemals mehr vertreiben.

Germanos Metropolit von Patras segnet die Flagge des Freiheitskampfes
Der Metropolit Germanos von Patras segnet die Flagge des Freiheitskampfes

Man kommt nicht umhin, dieses Paradoxon des heute tief verschuldeten Griechenlands zu bemerken, dessen Hauptstadt Konstantinopel einst die reichste Stadt der Welt und Zentrum des Handels zwischen Ost und West war. Wie die Dinge sich verändern!

Am Ende verbrachten die Griechen Jahrhunderte unter türkischer Herrschaft. Doch dies sollte sich ändern. Der griechische Unabhängigkeitskrieg zog Freiwillige aus ganz Europa an. Der Krieg wurde schließlich 1829 abschließend gewonnen.

Zunächst war Griechenland als Republik wiedergeboren worden. Doch diese sollte sich als unfähig erweisen, den neuen griechischen Staat zu stabilisieren. Nach einer Periode des Chaos wurde die Monarchie unter dem bayrischen Adelshaus Wittelsbach wiederhergestellt. Der erste griechische König der Neuzeit war Prinz Otto, der Griechenland als König Othon für fast dreißig Jahre regieren würde.

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Prinz Otto in jungen Jahren

Seine Popularität war umstritten, insbesondere weil etliche seiner Minister die Traditionen des damals aufstrebenden Deutschen Reichs der griechischen Tradition vorzogen. Ein Militärputsch brachte den König schließlich zu Fall und unter internationaler Mitwirkung wurde mit König Georg(ios) I. aus der dänischen Königsfamilie ein neuer Monarch gefunden.

Viele liberale Reformen wurden während dieser Zeit durchgeführt. Die Macht des Königs wurde beschnitten und das Wahlrecht auf alle männlichen Erwachsenen ausgeweitet. Griechenland war zu dieser Zeit sehr arm, doch die notwendige Modernisierung Griechenlands nach Jahrhunderten der osmanischen Fremdherrschaft konnte nicht über Nacht geschehen. Die Situation verbesserte sich langsam, aber stetig.

Nach dem Sieg der Briten und Russen über das osmanische Reich erhielt Griechenland einige seiner verlorenen Territorien zurück. Nur die strategisch wichtige Insel Zypern blieb ihnen verwehrt, was in Zukunft noch für Ärger sorgen würde. Aber das ist ein anderes Thema.

Das Schicksal jener Griechen, die immer noch unter Fremdherrschaft lebten, bewegte damals die griechischen Gemüter. Während der Balkankriege 1912-1913 verdoppelte Griechenland sein Territorium und seine Bevölkerung – allerdings zu erheblichen Kosten.

1913: König Georgios wird ermordert

Im Jahr 1913 fiel König Georgios einem Attentat durch einen Anarchisten zum Opfer. Sein Sohn König Konstantin I. trat die Nachfolge an. Aufgrund der Tatsache, dass er der erste im unabhängigen Griechenland geborene und der erste griechisch-orthodoxe König war, nannten ihn viele auch Konstantin XII., Erbe des letzten byzantinischen Kaisers. Der griechische Stolz war erwacht.

Konstantin I.
Konstantin I.

Doch die Herrschaft Konstantin I. wurde vom aufkommenden 1. Weltkrieg überschattet. Viele wollten dem Krieg auf Alliierter Seite beitreten und gegen das Osmanische Reich kämpfen. Der König jedoch wollte keinen Krieg und wusste, wie sehr sein Heer noch vom Balkankrieg des Vorjahres ausgezehrt war. Sein Wunsch war eine Neutralität Griechenlands, doch es war eine Neutralität, die von den Alliierten nicht immer respektiert wurde.

Verschiedene Bewegungen entstanden, sowohl Pro als auch Contra einer Kriegsbeteiligung. Teilweise stießen bewaffnete Gruppen selbständig nach Albanien vor und besetzten dessen Süden. Der Druck auf den König nahm zu, doch dieser blieb standhaft bei seiner Meinung. Am Ende musste er sich doch beugen und dankte zu Gunsten seines Sohnes ab. Griechenland trat daraufhin auf alliierter Seite in den Krieg ein und gewann weitere Ländereien, auch wenn sie niemals ihr Kriegsziel, die „Befreiung Konstantinopels“, erreichten.

Nach Kriegsende verschwand das Osmanische Reich. In der übrig gebliebenen neuen türkischen Republik entstand eine säkulare Regierung. Griechenland verlor wieder einige vorher gewonnene Territorien im Griechisch-Türkischen Krieg 1919-1922, was zu großer Unzufriedenheit führte und Weg zu einer Ära des Konflikts zwischen Anhängern einer Republik und der Monarchie wies.

Georgios II.
Georgios II.

Einer der großen Unruhestifter war Premierminister Venizelos. Ein eingefleischter Republikaner, der nach dem Fall König Konstantins während des 1. Weltkriegs dessen Bruder König Alexander den Thron besteigen sah. König Alexander verstarb jedoch bereits 1920, nachdem er von einem Affen gebissen worden war (kein Witz). Auf ihn folgte König Georgios II. im Jahr 1922. Den Anhängern einer Republik war der König jedoch ein Dorn im Auge und so versuchte man alles, Georgios II. den Thron zu verwehren. Ein Putsch von Monarchisten liefete 1923 den Vorwand, den König abzusetzen und des Landes zu verweisen. Er lehnte die Abdankung vehement ab.

Die Republikaner heizten die Lage weiter an, bis das Militär einschritt und die Kontrolle übernahm. Eine Volksabstimmung wurde abgehalten, bei der 98% der Griechen für eine Wiederherstellung der Monarchie im Jahr 1935 stimmten.

Die Rückkehr des Königs

König Georgios II. kehrte glücklich nach Griechenland zurück, doch die Unruhe hielt an. Insbesondere als kommunistische Revolutionäre erstarkten und sich in die griechische Politik einmischten. Die Zustände in Griechenland nahmen immer chaotischere Züge an, bis der ehemalige General Ioannis Metaxas – ein treuer Monarchist – die Geschäfte als Premierminister übernahm. König Georgios II. verlieh ihm weitreichende Kompetenzen, um die nationale Krise zu lösen. Subversive Gruppierungen wurden bekämpft und die Stabilität wieder hergestellt.

Ioannis Metaxas
Ioannis Metaxas

Heute finden sich eine Menge negativer Berichte über Metaxas und seine Regierung, einige bezeichnen ihn sogar als Diktator. Dabei interessierte ihn niemals jener Personenkult, wie er in Diktaturen sonst so üblich ist. Es gab auch keine politischen Hinrichtungen oder Lager. Religiöse Minderheiten – auch und gerade Juden – genossen den Schutz des griechischen Staates und unter Metaxas erfuhr die griechische Kunst und Kultur einen nennenswerten Aufschwung. All dies geschah im Namen des Königs und die Monarchie nahm einen Ehrenplatz im nationalen Bewusstsein ein.

Metaxas Ziel war niemals Griechenland zu transformieren, sondern das griechische Königreich zu stärken, die griechische Kultur zu verteidigen und ein Gefühl patriotischen Stolzes unter seinen Leuten wiederherzustellen. Die Notwendigkeit eines starken Landes war mit Ausbruch des 2. Weltkriegs klar zu spüren. König Georgios II. unterstützte hierbei Großbritannien und die Alliierten Kräfte. Dies verursachte Spannungen mit dem faschistischen Regime in Italien. Als Mussolini eine dauerhafte italienische Militärpräsenz in Griechenland forderte, lehnte Metaxas dies mit seinem legendären „Nein.“ ab.

Daraufhin begann Italien mit der Invasion Griechenlands von albanischem Boden aus. Mussolini erwartete einen schnellen Fall der Griechen – doch er sollte sich täuschen. Der König und Metaxas riefen das griechische Volk zum Widerstand auf. Metaxas hatte nach seiner Machtübernahme das griechische Militär modernisiert und verstärkt. Vorausschauend hatte man den Truppen zudem hervorragende Defensivpositionen im Pindos-Gebirge zugewiesen.

Als Resultat blieb die italienische Invasion nach kurzer Zeit im griechischen Abwehrfeuer stecken. Eine Gegenoffensive vertrieb die Italiener sogar aus Griechenland und erlaubte den Griechen ihrerseits einen Vorstoß ins südliche Albanien. Großbritannien verschiffte Hilfe nach Griechenland und das Deutsche Reich sandte Hilfe nach Italien. Am Ende gewannen die Kräfte der Achsenmächte, als Bulgarien und das Deutsche Reich zur Hilfe kamen. Der König musste nach Kreta fliehen, von wo er sich dann nach Ägypten und später Großbritannien zurückzog, nachdem ganz Griechenland von italienischen, deutschen und bulgarischen Truppen besetzt worden war.

Georgios II. in Ägypten
Georgios II. in Ägypten

International war König Georgios II. immer noch als König von Griechenland anerkannt. Doch ein Bürgerkrieg war in Verzug, nachdem die Kommunisten nun freier agieren konnten. Sie bekämpften deutsche und italienische Truppen – und griechische Monarchisten.

1944 zogen sich die Achsenmächte aus Griechenland zurück und Athen wurde von Kommunisten besetzt. Erst britische Truppen konnten es später befreien. Zwischen 1944 und 1949 wurde Griechenland zum ersten Schlachtfeld des Kalten Kriegs, auf dem griechische Royalisten mit Unterstützung Großbritanniens und der USA gegen kommunistische Revolutionäre mit Unterstützung der UDSSR kämpften. Am Ende siegten die Monarchisten. Nachdem die Ordnung notdürftig wiederhergestellt war, folgte ein weiteres Referendum über die Zukunft Griechenlands. Auch hier sprachen sich 1946 mit 69% der Menschen eine klare Mehrheit für die Beibehaltung der Monarchie aus.

König Georgios II. konnte nun endlich in seine Heimat zurückkehren. Doch es war eine Heimat zerrissen zwischen den Fronten des Bürgerkriegs, mit einer zerstörten Infrastruktur und inmitten einer schweren Wirtschaftskrise. Weniger als ein Jahr später verstarb Georgios II. und wurde von seinem jüngeren Bruder König Paul beerbt.

Heute sieht sich König Paul viel unberechtigter Kritik ausgesetzt. Wahr ist, dass unter seiner Regentschaft das Königreich Griechenland zu Stabilität und Wachstum zurückfand – auch unter Beihilfe des amerikanischen Marschall Plans und eines forcierten Anstiegs des Tourismus. Auf unzähligen Besuchen im Ausland legte König Paul den Grundstein für gute internationale Beziehungen seines Landes. Kurzum, es war eine Erfolgsgeschichte.

Doch Anhänger der Republik lassen ein „Nein“ nicht gelten und wollen prinzipiell IHREN Willen durchsetzen. So auch in diesem Fall. Mit Unterstellungen und böser Nachrede fachte man Unzufriedenheit mit der königlichen Familie an. Als das Wirtschaftswachstum nachließ, wurde schnell die Monarchie als Übel ausgemacht. Dabei hatte König Paul sogar als Folge der sich verschlechternden Wirtschaftsentwicklung sein eigenes Einkommen und seine Kosten gekürzt und der Regierung wertvolles Eigentum der königlichen Familie übertragen. Für republikanische Ideologen zählte jedoch nichts davon.

Ihnen war die nationale Stabilität ebenso egal wie neue Gesetze über die Gleichberechtigung der Frau – sie hielten an ihrer Kampagne gegen die griechische Monarchie fest. Dies setzte sich auch nach dem Tod von König Paul und der Thronbesteigung des jungen Königs Konstantin II. im Jahr 1964 fort.

Ein großer Unruhestifter war Premierminister Georgios Papandreou, der in Berlin studiert hatte und dort mit der sozialdemokratischen Bewegung in Kontakt gekommen war. Unter Metaxas war er seinerzeit sogar wegen seiner Feindschaft der Monarchie gegenüber ins Exil auf die Insel Andros verbannt worden.

Nachdem Papandreou mithilfe der Kommunisten an die Macht gekommen war, stiegen die Spannungen zwischen ihm und dem König immer stärker an. Dies insbesondere nachdem der Premierminister versuchte, die Kontrolle über die Armee zu übernehmen. Während dieser Phase hatte Papandreou, der sich auch mit Intrigen in seiner eigenen Familie rumärgern musste, zur Fragmentierung der politischen Situation in Griechenland beigetragen. Enttäuscht von der Linken und der Rechten entstand in Griechenland eine neue politische Kraft des Zentrums. Dies führte zur denkbar instabilsten politischen Struktur – eine Drei-Kräfte-Struktur.

König Konstantin II. trat in offene Opposition gegenüber Papandreou, nachdem dieser durch Ernennung zum Verteidigungsminister – neben seinem Amt als Premierminister – auch die Kontrolle über die Armee übernehmen wollte. Der König bot an, Papandreou könne für das Verteidigungsministerium einen Kandidaten seiner Wahl nomieren, aber er könne es nicht auch noch selbst führen. Papandreou lehnte dies ab und trat letzten Endes zurück.

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Konstantin II. mit Familie

Es folgten eine Reihe instabiler, kurzlebiger Regierungen. Papandreou unternahm nun den radikalen Schritt und rief die Leute offen zur Opposition gegenüber dem König auf. Das Resultat war gemischt, aber dieser Populismus besorgte die anderen Politiker und machte es König Konstantin II. unmöglich, eine stabile Regierung für Griechenland zu formieren.

Unter Ausnutzung der Instabilität und der Angst vor einer kommunistischen Machtergreifung führten einige Armeemitglieder 1967 einen Militärputsch durch. Zwei Brigadegeneräle und ein Oberst griffen nach der Macht. Nach wenigen Stunden war das gesamte Land unter ihrer Kontrolle. Oppositionelle Politiker wurden verhaftet und außerhalb des königlichen Palasts wurden Truppen stationiert.

Seit damals versuchen einige Kräfte König Konstantin II. die Schuld am Putsch und dem anschließenden Militärregime in die Schuhe zu schieben. Doch nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Während viele altgediente Offiziere überzeugte Monarchisten waren und jeden Befehl des Königs ausgeführt hätten, lehnten jüngere Offiziere – so wie jene, die im Putsch involviert waren – es ab dem König oder ihren Generälen zu gehorchen. Der Initiator hinter dem Putsch, Oberst Georgios Papadopoulos war als Sympathisant der Republik bekannt, seit er zuvor bereits an einem versuchten Putsch gegen König Paul beteiligt gewesen war.

Einige argumentieren, der König hätte doch wenigstens die ihm ergebenen Truppen zusammenrufen können, um die Putschisten zu bekämpfen. Doch das ist reine Spekulation und der König äußerte später mehrmals, dass er keinen weiteren griechischen Bürgerkrieg wünsche.

Die königliche Familie flieht nach Rom
Die königliche Familie flieht nach Rom

Im Jahr 1967 unternahm der König schließlich einen – wie er hoffte – Gegenputsch gegen die Junta. Doch Befehlsverweigerung niederer Offiziere gegenüber ihren Generälen führte dazu, dass der Plan schief lief. Der König und seine Familie verließen Griechenland und gingen nach Rom. Doch man war zuversichtlich, dass die Monarchie – wie schon einige Male zuvor – wiederhergestellt werden würde.

Dieses Mal war die Lage jedoch eine andere: Oberst Papadopoulos erklärte Griechenland am 01. Juni 1973 zur Republik und hielt einen Monat darauf eine zweifelhafte Abstimmung ab. Nach wochenlangen Anti-Monarchie Kampagnen lautete das Ergebnis 78.6% für eine Republik Griechenland mit Papadopoulos als Präsidenten.

Nach nur einem Jahr war das Militärregime bereits 1974 am Ende. Die republikanische Verfassung wurde für ungültig erklärt. König Konstantin II. erwartete nun nach Griechenland zurückkehren zu können. Doch er wurde verraten und ein weiteres Referendum wurde organisiert. Die üblichen Unruhestifter agitierten für den Erhalt der Republik, verboten dem König aber die Rückkehr nach Griechenland. Er durfte weder mit seinen Leuten von Angesicht zu Angesicht sprechen und noch für die Fortführung der Monarchie werben. Wenig überraschend lautete das Ergebnis schließlich 69% für eine Republik. König Konstantin II. ist seitdem ein Monarch im Exil.

Seit Geburt der neuen Republik wechselten sich zumeist die Familien Karamanlis und Papandreou mit der Regierung ab. Die Sozialisten waren von Anfang an die stärkste Kraft und mit den Jahren wurde das Land zu einer schwerfälligen Bürokratie. Im Jahr 1981 trat Griechenland der Europäischen Union bei, 2001 wurde der Euro als Währung eingeführt. Mit „easy money“, geliehen aus den Töpfen der EU begann der Weg in den ökonomischen Ruin. Jeder Politiker versuchte sich auf Stimmenfang, indem er noch mehr öffentliche Ausgaben, noch mehr Subventionen und noch großzügigere Pensionspläne versprach, was Griechenland in eine massive Verschuldung stürzte.

Als die EU-Finanziers schließlich an der Fähigkeit Griechenlands seine Schulden jemals zurückzuzahlen zweifelten, begann die griechische Wirtschaft ihren andauernden Absturz. Die einzige politische Reaktion der verantwortlichen griechischen Politiker bestand in Forderungen nach weiteren „bailouts“ der EU – also noch mehr Krediten.

Doch nun wurden einschneidende Sparmaßnahmen von Griechenland gefordert. Die Folge waren Aufstände in den Straßen griechischer Großstädte und eine griechische Politik, die zunehmend von EU-Bürokraten gesteuert wird. Extremistische Parteien erleben einen Frühling, die Selbstmordraten schießen in die Höhe und viele Griechen suchen ihr Heil in der Flucht ins Ausland.

In einer Sache waren die republikanischen Herrscher, die Griechenland in die Abgründe der Krise führten – und die gesamte Eurozone mitzuziehen drohen – jedoch erfolgreich: in der Dämonisierung des Königs und der königlichen Familie. Obwohl Griechenland kurz davor steht in Chaos zu versinken, sind bei den Wahlen offen kommunistische oder faschistische Parteien zugelassen. Aber jene, die für eine Wiederherstellung der Monarchie votieren, wurden gänzlich vom politischen Prozess ausgeschlossen.

Kann Griechenland die gegenwärtige Katastrophe überleben? Das Land hat mit Sicherheit bereits Schlimmeres überlebt. Es wird Ehrlichkeit und harte Einschnitte erfordern. Die Griechen werden einsehen müssen, dass schlimme Fehler begangen wurden. Fehler wie die Vorstellung, man könne einfach „auf Pump“ leben oder Fehler wie die Abschaffung der Monarchie. Man wird sich durch Entschlossenheit und harte Arbeit wieder nach oben kämpfen müssen. Es wird schwierig, aber es kann geschafft werden. Denn wie heißt es so schön? Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

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