König Trdat III. von Armenien

Tiridates_III_illustrationMan schrieb ungefähr das Jahr 250 n. Chr., als Trdat III. als Sohn des armenischen Königs Chosrau II. und einer unbekannten Mutter zur Welt kam. Zur Namensherkunft gibt es unterschiedliche Theorien. Die geläufigste Theorie ist, dass Trdat III. nach der zoroastrischen Gottheit Tishtrya (kurz: „Tir“) benannt wurde, dem Gott der schönen Künste.

Auch sonst bleiben viele Dinge im Leben des Monarchen im Dunkeln, da nur wenige Aufzeichnungen vorhanden sind. Als gesichert gilt, dass Trdat III. als kleines Kind vor den in Armenien einfallenden Persern unter Schapur I. bzw. dessen Söhnen Narseh und Hurmazd fliehen musste. Diese hatten zuvor seinen Vater ermordet. Es verschlug Trdat III. gemeinsam mit seiner Schwester Khosrovidukht, die bei der späteren Christianisierung eine wichtige Rolle spielen sollte, ins römische Kappadokien (heutige Zentraltürkei).

Armenien war damals nominell ein eigenständiges Reich, de-facto aber stark an das Römische Imperium gebunden. Laut der romanhaften Erzählung des armenischen Gelehrten Agathangelos, der nach eigener Aussage als Schreiber des Trdat III. diente, wurde der junge armenische König von den Römern angenommen und erzogen. Später trat er unter Kaiser Diokletian der römischen Armee bei. Was damals gängige Praxis bei den Römern war, man denke an den Germanen Arminius. Inwiefern weitere Geschichten über die übermenschliche Kraft Trdat III. wahr sind, bleibt ungeklärt.

Trdat III. kehrt nach Armenien zurück

Wiederrum als relativ sicher gilt aber, dass Trdat III. gemeinsam mit der römischen Armee unter Galerius (dem Adoptivsohn von Kaiser Diokletian) um das Jahr 286 nach Armenien zurückkehrte. Nach drei Schlachten mit dem Perserheer unter Narseh wurden die Perser in der Schlacht von Satala vernichtend geschlagen. Der Frieden von Nisibis 298 regelte den Abzug der Perser aus Armenien und Trdat III. bestieg den armenischen Thron.

Die Römer ließen sich ihre Hilfe jedoch gut bezahlen. Armenien musste Territorien im Westen abtreten, erhielt dafür jedoch Ländereien im heutigen Aserbaidschan. Auch wurde Armenien endgültig zum Vasallenstaat des römischen Reichs, was Vor- und Nachteile mit sich brachte. Ein Vorteil war die Einkehr von Stabilität, da sassanidischen Perser und kaukasische Stämme zunächst den Konflikt scheuten.

Hochzeit und Christenverfolgung

König Trdat mit Frau Ashken und Schwester Khosrovidukht
König Trdat III. mit seiner Frau Ashkhen und Schwester Khosrovidukht

Nach seiner Rückkehr heiratete Trdat III. die Alanen-Prinzessin Ashkhen. Die Alanen waren ein iranisches Stammesvolk, die heute als Vorväter der kaukasischen Osseten gelten. Trdat III. ist ebenso wie seine Frau und Schwester damals ein Anhänger des zoroastrischen Glaubens. Als im Römischen Reich die Christenverfolgung beginnt, beteiligt sich naturgemäß auch Armenien als römischer Vasall daran.

Der Missionar Gregor der Erleuchter wird gefangen genommen und gefoltert, als sich weigert, der zoroastrischen Göttin Anahita zu opfern. Anschliessend wird er in das Erdloch Khor Virap (wörtl. „tiefes Verlies“) geworfen, wo er verhungern soll. Bis zu 13 Jahre wird er dort festgehalten. Wie er dies fertigbrachte ist unklar. Es besteht aber der Verdacht, dass sich die Königsschwester Khosrovidukht für ihn einsetzte und heimlich versorgen ließ, da sie sich möglicherweise schon zum Christentum bekannte .

König Trdat III. erkrankt schwer

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Taufe von König Trdat III.

Bald darauf erkrankt König Trdat III. schließlich schwer. Die Mehrzahl der Quellen berichten davon, dass der König zunehmend den Verstand verlor. Möglicherweise litt er auch unter schweren Depressionen. Als Königin Ashkhen schließlich jener Gregor der Erleuchter im Traum erscheint, wird dieser aus seinem Erdloch befreit und zum König geführt. Es gelingt ihm, den König zu heilen, der sich daraufhin zum Christentum bekehrt. Mit ihm ganz Armenien, das im Jahr 301 n. Chr. zur ersten christlichen Nation der Welt wird.

In der Folge gründet König Trdat III. die armenisch-apostolische Kirche, von der er heute als Heiliger verehrt wird. Er baut gemeinsam mit Frau und Schwester, die sich ebenfalls mit ihm bekehren, zahlreiche imposante Kirchen, darunter die heute noch stehende Kirche im armenischen Etchmiadzin.

Doch sein unermüdliches Engagement für die Botschaft Jesus Christus findet nicht nur Zustimmung. Um das Jahr 330 herum wird König Trdat III. laut dem armenischen Historiker Moses von Choren (Movses Khorenatsi) bei einer Verschwörung durch christenfeindliche Adlige vergiftet. Er wird in der Nekropolis der Arsakiden-Dynastie nahe der Stadt Gamakh, dem heutigen Kemah (Ostanatolien) beigesetzt.

Auch wenn wir nur wenig Details über das Leben von König Trdat III. wissen, so darf dessen Bedeutung nicht unterschätzt werden. Trotz der Gefahr sich außenpolitisch zu isolieren bekehrte Trdat III. sich und sein Land zum Christentum. Armenien wurde so nicht nur zum sicheren Hafen für verfolgte Christen aus oströmischen Provinzen, es leistete in den kommenden Jahrzehnten auch einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung des Christentum im Nahen Osten, ehe man mit dem Konzil von Chalcedon (451 n. Chr.) eigene Wege ging. Aber dies ist schon eine andere Geschichte …

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